Montag, 5. September 2011
Ein Leuchtturmprojekt im bayerischen Lichtenfels setzt neue Maßstäbe im nachhaltigen Krankenhausbau. WSP Deutschland übernimmt Beratung und Projektsteuerung.
Im oberfränkischen Lichtenfels erfolgt demnächst der erste Spatenstich für ein wegweisendes Projekt im Krankenhausbau. Mit besonderer Unterstützung durch das staatliche Innovationsprogramm „Aufbruch Bayern“ wird gegenüber vom Bestandsbau ein neues Klinikum errichtet, das in Sachen Energieeinsparung Vorbildcharakter haben wird.
Das Helmut-G.-Walter-Klinikum Lichtenfels wird eines der ersten Green Hospitals in Deutschland sein. Das eigens entwickelte nachhaltige Konzept verbindet hohe ökologische Maßstäbe mit einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Krankenhäusern unter Einbeziehung ökonomischer Aspekte.
Gemeinsam mit Bauherren, Vertretern des Bayerischen Umwelt- und Gesundheitsministeriums, den Architekten von Schuster Pechtold Schmidt und anderen Fachplanern ermittelten die Spezialisten von WSP Deutschland sämtliche Nachhaltigkeitspotenziale von Bau und Betrieb. Ergebnis ist ein über hundertseitiger Maßnahmenkatalog, der auf dem neuesten Stand von Forschung und Technik ist. Vorgesehen ist unter anderem ein innovatives Energiekonzept, das alternative Quellen wie Geothermie und Photovoltaik einschließt und den Energieverbrauch durch Vernetzung minimiert. Im Außen- sowie im Innenbereich ist der Einsatz von ökologischen Baumaterialien geplant sowie der nachhaltige Betrieb der Baustelle während der Bauzeit beispielsweise durch die Minimierung schädlicher Auswirkungen der Baudurchführung auf die Umwelt durch Lärm und Staub, Abfallminimierung etc.
Ziel ist die größtmögliche Annäherung an den Passivhausgebäudestandard. Auch sonst baut man in Lichtenfels auf neueste Verfahren. So genannte Phase-Change-Materials werden in einigen Bereichen des Klinikums, welche nicht mechanisch be- und entlüftet werden, eingesetzt, um die Innentemperatur dieser Räume zu regulieren. Diese Materialien werden in Paraffinkügelchen unsichtbar in Trockenbauwände integriert. Sie speichern die Energie und wirken über verschiedene Aggregatszustände thermisch aktiv oder passiv, um im Resultat ein angenehmeres Raumklima zu schaffen. Bei der Beleuchtung setzt man in Lichtenfels auf ein Maximum an Tageslichtnutzung. Über lichtlenkende Prismen wird natürliches Licht für die Patientenbereiche nutzbar gemacht. Wo Tageslicht nicht verwendet werden kann, kommen energiesparende LED-Lampen zum Einsatz, die über Sensoren gesteuert werden. Dies ist besonders in viel frequentierten Bereichen ein effektives Mittel zur Energieeinsparung.
In Abstimmung auf den konkreten Standort wurden in Lichtenfels nachhaltige Lösungen gefunden, die logisch ineinander greifen und im Vergleich mit herkömmlichen Krankenhäusern weit überdurchschnittliche Ergebnisse in puncto Minimierung von Ressourcenverbrauch und Emissionen liefern.